Unser Wild im Gehege

Damwild

Damwild eignet sich hervorragend für die Haltung in Gehegen. Die Tiere gelten als anspruchslos, zeigen eine hohe soziale Verträglichkeit innerhalb der Gruppe und gewöhnen sich relativ schnell an die Nähe des Menschen. Aus diesem Grund sind sie häufig in Wildparks anzutreffen, die Besuchern das ganze Jahr über offenstehen. Dort werden sie teilweise gemeinsam mit anderen Wildarten, etwa Mufflons, gehalten.

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Damwildes lag ursprünglich vermutlich in Teilen Klein- und Vorderasiens. Schon in der Antike wurde die Art jedoch durch den Menschen, insbesondere durch die Römer, in weitere Regionen Europas gebracht und dort angesiedelt.

Als Wiederkäuer nimmt Damwild seine Nahrung sowohl am Tag als auch in der Nacht in regelmäßigen Abständen von etwa drei bis vier Stunden auf. Die intensivsten Fressphasen finden vor allem in den frühen Morgenstunden sowie in der Abenddämmerung statt.

Während der Sommermonate steigt der Energiebedarf deutlich an, sodass die Tiere bis zu vier Fünftel des Tages mit der Nahrungsaufnahme verbringen. In der kalten Jahreszeit hingegen reduziert sich die Fressaktivität spürbar, selbst wenn ausreichend Futter zur Verfügung steht. Die Ernährung des Damwildes besteht ausschließlich aus pflanzlicher Kost. Dazu zählen Gräser, Kräuter, Blätter sowie die Rinde von Bäumen und Sträuchern, ergänzt durch verschiedene Früchte.

Welche Pflanzen bevorzugt werden, hängt stark von der Jahreszeit und dem vorhandenen Angebot ab. Gräser stehen vor allem zwischen Mai und September auf dem Speiseplan. Von Herbst bis in den Winter hinein gewinnen Früchte zunehmend an Bedeutung und können bis zu vierzig Prozent der Nahrung ausmachen. Besonders beliebt sind Kastanien, daneben werden auch Äpfel und Birnen aufgenommen.

Muffelwild

Der Europäische Mufflon, in der Jägersprache als Muffelwild oder kurz Muffel bezeichnet, stellt die kleinste und zugleich westlichste Ausprägung der Mufflon-Unterarten dar.

Männliche Tiere werden als Widder bezeichnet, während die weiblichen Mufflons Schafe oder Wildschafe heißen. Der Nachwuchs trägt die Bezeichnung Lämmer, ergänzt durch die geschlechtsspezifischen Begriffe Widderlamm und Schaflamm. Der Geburtsvorgang wird im jagdlichen Sprachgebrauch als Setzen oder Lämmern bezeichnet.

In ihrem Sozialverhalten schließen sich Europäische Mufflons überwiegend zu kleineren Gruppen zusammen, die meist von einem erfahrenen weiblichen Tier angeführt werden. Die Widder leben außerhalb der Paarungszeit häufig in eigenen Verbänden. Während der Brunft kommt es zu teils heftigen Rangkämpfen, bei denen die männlichen Tiere mit kräftigen Zusammenstößen ihrer spiralig gewundenen Hörner um den Zugang zu den Schafen konkurrieren.

Ursprünglich bewohnten Europäische Mufflons offene, hochgelegene Landschaften mit trockenem, steinigem Untergrund. Nach ihrer Ansiedlung in Mitteleuropa haben sie sich an Laub- und Mischwälder angepasst, die sowohl im Tiefland als auch in Mittelgebirgsregionen liegen. Dabei bevorzugen sie weiterhin eher karge, trockene Standorte mit felsigem Boden.

Da ihr Fluchtverhalten stark auf Gebirgsräume ausgerichtet ist, können Mufflons in flacheren Regionen nur dann dauerhaft bestehen, wenn größere natürliche Feinde fehlen. In neu entstandenen Wolfsgebieten, etwa in der sächsischen Lausitz, wurden Mufflonbestände innerhalb kurzer Zeit vollständig von Wölfen dezimiert, während andere Wildarten wie Rotwild, Wildschweine oder Rehe weitgehend unbeeinflusst blieben. Auch die Wiederansiedlung des Luchses im Harz führte, insbesondere in Verbindung mit strengen Wintern, zu einem deutlichen Rückgang der Mufflonpopulationen.

Termine

Hier stehen die kommenden Termine für das Jahr 2026.